PSU-Team Kreis Gütersloh:
Psychosoziale Unterstützung für Einsatzkräfte (PSNV-E)
Gemeinsam stark – auch nach dem Einsatz.
Feuerwehr bedeutet weit mehr als Brände löschen, technische Hilfe leisten und Menschen retten.
Feuerwehrangehörige erleben bei ihren Einsätzen immer wieder Situationen, die körperlich und psychisch besonders belastend sein können.
Schwere Verkehrsunfälle, der Tod oder die Verletzung von Menschen, Einsätze mit Kindern oder Ereignisse, bei denen eigene Kameradinnen und Kameraden betroffen sind, können Spuren hinterlassen.
Nicht jeder Einsatz endet mit dem Einrücken ins Feuerwehrgerätehaus. Manche Erlebnisse beschäftigen Einsatzkräfte noch Tage, Wochen oder sogar länger.
Genau hier setzt die Psychosoziale Unterstützung (PSU) an.
Wer wir sind:
Das PSU-Team Kreis Gütersloh ist ein Angebot zur psychosozialen Unterstützung für die Einsatzkräfte der Feuerwehren und des Rettungsdienstes im Kreis Gütersloh.
Unser Team besteht aus entsprechend qualifizierten Feuerwehrangehörigen, Rettungsdienstmitarbeitern/innen und psychosozialen Fachkräften beziehungsweise Seelsorgenden, die sich gemeinsam für die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden der Einsatzkräfte einsetzen.
Wir kennen die besonderen Anforderungen des Feuerwehr – und Rettungsdienstes und wissen, dass belastende Einsätze unterschiedlich verarbeitet werden.
Unser Ziel ist es, Kameradinnen und Kameraden in schwierigen Situationen nicht allein zu lassen, sie zu begleiten und bei der Verarbeitung belastender Erlebnisse zu unterstützen.
Wir hören zu, begleiten und unterstützen, ohne zu bewerten.
Die Gespräche erfolgen grundsätzlich freiwillig und in einem geschützten Rahmen unter Beachtung der jeweiligen Vertraulichkeits- und Verschwiegenheitsregeln.
Das PSU-Team ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.
Wir haben ein Netzwerk in Zusammenarbeit mit der Unfallkasse NRW zur weiteren Hilfe.
Unsere Aufgaben
Die Arbeit des PSU-Teams orientiert sich an den Grundsätzen der Psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSNV-E) und den entsprechenden Konzepten der Feuerwehr in Nordrhein-Westfalen.
Zu unseren wesentlichen Aufgaben gehören:
- Prävention und Aufklärung: Sensibilisierung für psychische Belastungen im Feuerwehr- und Rettungsdienst sowie Informationen über Stressreaktionen und Möglichkeiten der Bewältigung.
- Unterstützung nach belastenden Einsätzen: Begleitung von Einsatzkräften nach außergewöhnlichen oder emotional belastenden Ereignissen.
- Einzel- und Gruppengespräche: Schaffung eines geschützten Rahmens, um Erlebtes anzusprechen, einzuordnen und gemeinsam zu verarbeiten.
- Begleitung von Feuerwehreinheiten: Unterstützung von Löschzügen, Löschgruppen und Führungskräften nach besonders belastenden Ereignissen.
- Vermittlung weiterführender Hilfen: Bei Bedarf Unterstützung bei der Kontaktaufnahme zu geeigneten professionellen Beratungs- und Behandlungsangeboten.
- Ausbildung und Fortbildung: Vermittlung von Grundlagen der psychosozialen Unterstützung und Förderung eines bewussten Umgangs mit psychischen Belastungen im Einsatzdienst.
Kameradschaft bedeutet auch, füreinander da zu sein.
Im Einsatzdienst ist es selbstverständlich, sich gegenseitig zu unterstützen und aufeinander zu achten. Dies gilt nicht nur bei körperlichen Gefahren, sondern ebenso bei psychischen Belastungen.
Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf außergewöhnliche Ereignisse. Schlafstörungen, innere Unruhe, wiederkehrende Erinnerungen oder das Bedürfnis, über einen Einsatz zu sprechen, können normale Reaktionen auf außergewöhnliche Belastungen sein.Die Inanspruchnahme psychosozialer Unterstützung ist deshalb kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck eines verantwortungsbewussten Umgangs mit der eigenen Gesundheit.Niemand muss belastende Einsätze allein verarbeiten.
